Verbände
Bei allen fünf ARA steht die nächste umfassende Erneuerung zwischen 2030 und 2040 an. Durch den Zusammenschluss reduzieren sich die Kosten pro Einwohner und Jahr für alle künftigen Verbandsgemeinden im Vergleich zum Szenario Alleingang.
Fairer Kostenteiler
Der Zusammenschluss senkt die Investitions- und Betriebskosten für die Abwasserreinigung im Vergleich zum Ausbau der einzelnen ARA markant. Laut einer ersten Studie von 2021 ergeben sich bis ins Jahr 2080 Einsparungen im oberen zweistelligen Millionenbereich. Für alle künftigen Verbandsgemeinden reduzieren sich die Kosten pro angeschlossene Einwohnereinheit und Jahr gegenüber dem Szenario Alleingang.
Die Einsparungen kommen allen Verbänden und Gemeinden zugute. Die Kosten für den Bau der neuen ARA und der Anschlussleitungen werden so verteilt, dass eine Win-Win-Situation entsteht. Die genauen Zahlen werden bis zur Gründung des neuen ARA-Verbandes vorliegen.
Eine Stimme pro Gemeinde
Der Entwurf für die Verbandsstruktur sieht eine Abgeordnetenversammlung vor, in der jede Verbandsgemeinde mit je einem Mitglied des Gemeinderats vertreten ist, sowie einen Vorstand, der sich aus Behördenvertretern und Fachexperten zusammensetzt. Die geplante Struktur mit einer Stimme pro Gemeinde verunmöglicht die Dominanz einer einzelnen Region.
Die Zusammenlegung entlastet die kommunalen Verwaltungsorgane: Verbandsführung, Aktuariat und Rechnungsführung etc. fallen weg und werden von einer professionellen, zentralen Organisation übernommen. In kleineren Verbänden entlastet die professionelle Organisation die ohnehin stark geforderten Gemeindeexekutiven.
| Einzugsgebiet | 2 Gemeinden |
| Dimensionierung | 3000 Einwohnerwerte (EW)* |
| Bevölkerungsentwicklung | Zunahme der angeschlossenen Personen von 2'300 (2022) auf 3'000 (2070) |
| Inbetriebnahme | 1978 |
| Personal | 1 Person |
| Letzte Erneuerungen | 2008 |
| Zwingender Ausbau | Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen |
| Absehbare Erneuerungen und Sanierungen | Gesamterneuerung 2036-2038, Sanierung / Erneuerung 2045-2055, Gesamterneuerung 2065-2070, Sanierung / Erneuerung 2075-2080 |
* Der Einwohnerwert entspricht der täglich von einem Einwohner / einer Einwohnerin ins Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen.
Ausgangslage
Die ARA Attelwil muss mit der Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen ausgerüstet werden. Die Klein-ARA ist heute zeitweise überlastet und ihre Leistung dann jeweils eingeschränkt. Im Rahmen der nächsten Gesamterneuerung muss deshalb die Frachten-Kapazität erhöht werden. Der weitere Handlungsbedarf wird sich mit den kommenden gesetzlichen Anforderungen per 2028 klären.
Für eine kleine Anlage wie die ARA Attelwil ist es langfristig sehr schwierig, den eigenständigen Betrieb wirtschaftlich zu gestalten. Gemäss einer ersten Studie aus dem Jahr 2021 ist der Anschluss an die neue ARA in Aarau für den AV Reitnau-Moosleerau wirtschaftlich vorteilhaft: Die Jahreskosten (Betrieb, Finanzierung und Abschreibung) pro Einwohnerwert reduzieren sich um 9 bis 30 Prozent, abhängig vom noch festzulegenden Kostenverteiler unter den Abwasserverbänden. Mit dem Anschluss an die ARA in Aarau fällt zudem die Einleitung von gereinigtem Abwasser in die empfindliche Suhre weg.
Nach dem Zusammenschluss wird die ARA Attelwil zurückgebaut, soweit kein Bedarf an Pumpwerken, Havarie- oder Regenbecken besteht. Die frei werdende Fläche soll prioritär für ökologische Ausgleichsmassnahmen und die landwirtschaftliche Nutzung verwendet werden.
| Einzugsgebiet | 6 Gemeinden |
| Dimensionierung | 12'180 Einwohnerwerte (EW)* |
| Bevölkerungsentwicklung | Zunahme der angeschlossenen Personen von 10'500 (2022) auf 13'800 ( 2070) |
| Inbetriebnahme | Zunahme der angeschlossenen Personen von 10'500 (2022) auf 13'800 ( 2070) |
| Personal | 2 Mitarbeitende |
| Letzte Erneuerungen | 2001/12 |
| Zwingender Ausbau | ev. Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen |
| Absehbare Erneuerungen und Sanierungen | Gesamterneuerung 2031-2034, Sanierung / Erneuerung 2040-2050, Gesamtsanierung 2060-2065, Sanierung / Erneuerung 2070-2080 |
*Der Einwohnerwert entspricht der täglich von einem Einwohner / einer Einwohnerin ins Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen.
Ausgangslage
Ob die ARA Schöftland eine Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen einbauen muss, ist gemäss kantonaler Planung noch offen bzw. wird später definitiv beurteilt. Mit den absehbaren gesetzlichen Verschärfungen per 2028 erscheint sie wahrscheinlich. Die Vollsanierung samt Ausbauten muss per 2035 erfolgen, um von Bundessubventionen zu profitieren.
Der Anschluss an die neue ARA in Aarau ist für den AV Region Schöftland wirtschaftlich vorteilhaft: Gemäss einer ersten Studie aus dem Jahr 2021 reduzieren sich die Jahreskosten (Betrieb, Finanzierung und Abschreibung) pro Einwohnerwert um 6 bis 17 Prozent, abhängig vom noch festzulegenden Kostenverteiler unter den Abwasserverbänden. Der Anschluss hat durch die Entlastung der Suhre von gereinigtem Abwasser auch einen ökologischen Nutzen.
Nach dem Zusammenschluss wird die ARA Schöftland zurückgebaut, soweit kein Bedarf an Pumpwerken, Havarie- oder Regenbecken besteht. Die frei werdende Fläche soll prioritär für ökologische Ausgleichsmassnahmen und die landwirtschaftliche Nutzung verwendet werden.
| Einzugsgebiet | 7 Gemeinden |
| Dimensionierung | 17'000 Einwohnerwerte (EW)* |
| Bevölkerungsentwicklung | Zunahme der angeschlossenen Personen von 14'000 (2022) auf 18'200 bis 2070 |
| Bevölkerungsentwicklung | 1968 |
| Personal | 2 Mitarbeitende |
| Letzte Erneuerungen | 2006/07 und 2018/23 |
| Zwingender Ausbau | 4. Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen |
| Absehbare Erneuerungen und Sanierungen | Gesamterneuerung 2035-2038, Sanierung / Erneuerung 2045-2055, Gesamterneuerung 2065-2070, Sanierung/Erneuerung 2075-2080 |
*Der Einwohnerwert entspricht der täglich von einem Einwohner / einer Einwohnerin ins Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen.
Ausgangslage
Die ARA Kölliken steht am Ende ihrer Lebensdauer. Die Reinigungsleistung ist nicht mehr optimal und die Kapazität ausgeschöpft. Bis 2035/40 ist ein Ausbau erforderlich.
Der Anschluss der ARA Kölliken an die neue ARA in Aarau ermöglicht Einsparungen gegenüber dem eigenständigen Weiterbetrieb. Gemäss einer ersten Studie aus dem Jahre 2021 reduzieren sich die Jahreskosten (Betrieb, Finanzierung und Abschreibung) pro Einwohnerwert um 14 bis 27 Prozent, abhängig vom noch festzulegenden Kostenverteiler unter den Abwasserverbänden. Zudem wird die ökologische Belastung der Uerke spürbar verringert.
Nach dem Zusammenschluss wird die ARA Kölliken zurückgebaut, soweit kein Bedarf an Pumpwerken, Havarie- oder Regenbecken besteht. Die frei werdende Fläche soll prioritär für ökologische Ausgleichsmassnahmen und die landwirtschaftliche Nutzung verwendet werden.
| Einzugsgebiet | 4 Gemeinden |
| Dimensionierung | 8'500 Einwohnerwerte (EW)* |
| Bevölkerungsentwicklung | Zunahme der angeschlossenen Personen von 9'500 (2022) auf 12'600 (2070) |
| Inbetriebnahme | 1967 |
| Personal | externalisiert |
| Letzte Erneuerungen | 2002 |
| Zwingender Ausbau | bisher keine |
| Absehbare Erneuerungen und Sanierungen | Gesamterneuerung 2033-2035, Sanierung 2045-2055, Gesamterneuerung 2060-2065, Sanierung 2075-2080 |
*Der Einwohnerwert entspricht der täglich von einem Einwohner / einer Einwohnerin ins Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen.
Ausgangslage
Die Reinigungsleistung der ARA hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Um die per 2028 absehbaren zusätzlichen Anforderungen zu erfüllen, ist ein Ausbau erforderlich.
Für eine eher kleine Anlage wie die ARA Mittleres Wynental wird es mittelfristig anspruchsvoll, den eigenständigen Betrieb wirtschaftlich zu gestalten. Der Anschluss an die neue ARA in Aarau ist wirtschaftlich vorteilhaft: Gemäss einer ersten Studie aus dem Jahre 2021 reduzieren sich die Jahreskosten (Betrieb, Finanzierung und Abschreibung) pro Einwohnerwert bis zu 23 Prozent, abhängig vom noch festzulegenden Kostenverteiler unter den Abwasserverbänden. Mit dem Anschluss entfällt zudem die Einleitung von gereinigtem Abwasser in die Wyna.
Nach dem Zusammenschluss wird die ARA Mittleres Wynental zurückgebaut, soweit kein Bedarf an Pumpwerken, Havarie- oder Regenbecken besteht. Die frei werdende Fläche soll prioritär für ökologische Ausgleichsmassnahmen und die landwirtschaftliche Nutzung verwendet werden.
| Einzugsgebiet | 11 Gemeinden |
| Dimensionierung | 125'000 Einwohnerwerte (EW)* |
| Bevölkerungsentwicklung | Zunahme der angeschlossenen Personen von 79'800 (2022) auf 127'800 (2070) |
| Inbetriebnahme | 1967 |
| Personal | 7 Mitarbeitende |
| Letzte Erneuerungen | 2000/05 und 2014 |
| Zwingender Ausbau | 4. Reinigungsstufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen |
| Absehbare Erneuerungen und Sanierungen (Alleingang) | Gesamterneuerung 2026-2030, Sanierung 2036-2046, Gesamterneuerung 2057-2060, Sanierung 2066-2076 |
*Der Einwohnerwert entspricht der täglich von einem Einwohner / einer Einwohnerin ins Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen.
Ausgangslage
Die ARA Aarau hat ihre Lebensdauer erreicht, weist bei der Reinigungsleistung Defizite auf und stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Bis 2030 ist eine Kapazitätserweiterung erforderlich. Bei der Planung ist die Gesetzesänderung von 2028 zu berücksichtigen. Für die Erweiterung steht das heutige Familiengartenareal zur Verfügung. Die Platzverhältnisse sind äusserst knapp. Realisierbar ist an diesem Standort – mit Einschränkungen – eine verfahrenstechnisch nicht optimal ausgelegte Anlage ohne spätere Ausbaumöglichkeit.
Durch den Anschluss an die neue ARA reduzieren sich die Jahreskosten (Betrieb, Finanzierung und Abschreibung) pro Einwohnerwert um wenige Prozente, unabhängig vom noch festzulegenden Kostenverteiler unter den Abwasserverbänden. Der Grund ist, dass die ARA Aarau bereits mit der heutigen Grösse eine sehr gute Effizienz aufweist.
Eine neue Anlage am heutigen erweiterten Standort wäre nicht kostengünstiger als der Neubau im nahe gelegenen Gebiet Lähe/Salenmatt, weil die aufwändige und lange Bauzeit mit vielen Provisorien die Kostenvorteile zunichtemacht. Bei der ARA an einem anderen Standort kommen nur die Investitionskosten für die Leitung vom bisherigen zum neuen Standort hinzu.
Nach dem Zusammenschluss wird die heutige ARA zurückgebaut, soweit kein Bedarf an Pumpwerken, Havarie- oder Regenbecken besteht. Die frei werdende Fläche wird zu einem grossen Teil für den ökologischen Ausgleich genutzt. Zudem machen allenfalls Grundeigentümer, die Land für den neuen ARA-Standort abgetreten haben, Ansprüche für einen Abtausch geltend.