Worum es geht
Die fünf Abwasserverbände im Einzugsgebiet Aarau und im Wynen-, Suhren- und Uerkental stehen vor hohen Investitionen: Um die steigenden Anforderungen an den Gewässer- und den Umweltschutz zu erfüllen, müssen sie ihre Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in den nächsten Jahren umfassend sanieren und erweitern. Eine gemeinsame Abwasserreinigung kostet deutlich weniger, als die fünf bestehenden Anlagen zu erneuern und weiterzubetreiben. Deshalb wollen sich die fünf Verbände zum Abwasserverband Aarau WSU zusammenschliessen und in Aarau eine neue gemeinsame ARA bauen.
Gemeinsam für sauberes Wasser
Dank der neuen ARA lassen sich die Vorschriften zum Schutz des Wassers und der Umwelt wirtschaftlich, ökologisch und betrieblich optimal erfüllen. Die regionale ARA reinigt auf dem neuesten Stand der Technik kostengünstig die gesamte Abwassermenge von 30 Gemeinden und führt das Abwasser verdünnt via Aare dem natürlichen Wasserkreislauf zu. Sie ist betriebssicher, ökonomisch und ökologisch effizient sowie zukunftsfähig. Der Zusammenschluss bietet eine nachhaltige Lösung für die Abwasserreinigung.
Technisch ist der Zusammenschluss mit vertretbarem Aufwand realisierbar: Die vier kleineren ARA lassen sich über neue Verbindungskanäle an die neue ARA in Aarau anschliessen.
Volkswirtschaftlich sinnvoll
Der Betrieb und die Werterhaltung der ARA belasten die Abwasserkassen der Gemeinden stark. Der Zusammenschluss senkt die Investitions- und Betriebskosten für die Abwasserreinigung im Vergleich zum Ausbau der einzelnen ARA markant. Laut einer ersten Studie von 2021 ergeben sich bis ins Jahr 2080 Einsparungen im oberen zweistelligen Millionenbereich.
Die Einsparungen kommen allen beteiligten Verbänden und Gemeinden zugute. Die Kosten für den Bau der neuen ARA und der Anschlussleitungen werden so verteilt, dass unter dem Strich langfristig alle beteiligten Verbände finanziell profitieren.
Die regionale ARA ist bei Bedarf ausbaubar und gewährleistet eine volkswirtschaftlich sinnvolle Betriebsdauer über das Jahr 2070 hinaus (50 Jahre plus).
Ökologisch bedeutsam
Der Zusammenschluss schafft im Einzugsgebiet einen hohen ökologischen Mehrwert und leistet einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Auf einer Strecke von total 28 Kilometern verbessert sich die Wasserqualität in der Wyna, Suhre und Uerke.
Die Aare kann das gereinigte Abwasser dank stärkerer Verdünnung besser aufnehmen; die Auswirkungen auf Flora und Fauna sind weit geringer. In Aarau wird die Einleitung des Abwassers in die Aare optimiert und damit das Auengebiet besser geschützt.
Ebenso ermöglicht die neue Anlage die Gewinnung von zusätzlicher erneuerbarer Energie und steigert den Eigenversorgungsgrad und die Energieeffizienz. Auch beansprucht sie weniger Land als der Weiterbetrieb aller fünf ARA; unter dem Strich bleibt mehr Fläche für die Natur.
Mit der regionalen ARA werden optimale Voraussetzungen für eine ressourcenschonende Abwasserreinigung geschaffen.
Die steigenden gesetzlichen Anforderungen an den Gewässer- und den Umweltschutz erfordern in den nächsten Jahren die Erneuerung und den Ausbau der Abwasserreinigungsanlagen (ARA). Um die Vorschriften wirtschaftlich, ökologisch und betrieblich optimal zu erfüllen, sind weitere Zusammenschlüsse von ARA-Verbänden unumgänglich. Der Betrieb und die Werterhaltung der ARA belasten die Abwasserkassen der Gemeinden stark. Grössere ARA lassen sich wesentlich kostengünstiger betreiben und bei Bedarf einfacher erweitern als kleinere Anlagen. Regionale ARA an geeigneten Standorten sind betriebssicher, ökonomisch und ökologisch effizient und zukunftsfähig. Sie bieten somit eine nachhaltige Lösung für die Abwasserreinigung.
- Ab 2028 sind weitere ARA unter bestimmten Bedingungen verpflichtet, mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser zu beseitigen. Rückstände von organischen Stoffen (z.B. Medikamente, Kosmetika, Reinigungsmittel oder Pestizide) können sich in Flüssen und Seen nachteilig auf Wasserlebewesen auswirken und via Grundwasser wieder ins Trinkwasser gelangen. Mit der vierten Reinigungsstufe lassen sich die Spurenstoffe verringern. Die Einrichtung erhöht den Raumbedarf der ARA und setzt bestimmte Standortbedingungen voraus.
- Per 2028 sind verschärfte Vorgaben zur Stickstoffelimination zu erwarten.
- Auf sämtliche ARA dürfte sich das von der Schweizer Stimmbevölkerung gutgeheissene Klimaschutzgesetz (Netto-Null-Ziel 2050) auswirken. In Diskussion sind Vorschriften zur Schlammbehandlung (Abspaltung und Speicherung von Kohlendioxid aus dem Klärgas) und zur Reduktion des Lachgasausstosses. Für kleinere ARA wird es sehr anspruchsvoll, solche Vorgaben zu erfüllen.
- Ab 2026 sind die ARA-Betreiber zum Phosphor-Recycling verpflichtet. Der aus kommunalem Abwasser, aus Klärschlamm zentraler Abwasserreinigungsanlagen oder aus der Asche von thermisch behandeltem Klärschlamm zurückgewonnene Phosphor soll verwertet werden. Die Rückgewinnungspflicht lässt sich allerdings mangels etablierter Technologien noch nicht per 2026 umsetzen.
Durch den Zusammenschluss verbessert sich die Wasserqualität der Wyna, Suhre und Uerke. Auf einer Strecke von 28 Kilometern wird kein gereinigtes Abwasser mehr eingeleitet. Durch die Aufhebung der ARA verringert sich der Zufluss von gelösten Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor und von Spurenstoffen. Für die drei Bäche ist das ökologisch bedeutsam: Je kleiner ein Gewässer und je grösser der bisherige Abwasseranteil ist, desto stärker verbessert sich die Wasserqualität; ein zu hoher Nährstoffanteil kann sich schädlich auf die Biodiversität auswirken. Zusätzlich wird die Uerke bei Trockenwetter bis zur Einleitstelle in die Suhre komplett abwasserfrei. Die Aare kann das gereinigte Abwasser dank stärkerer Verdünnung besser aufnehmen, die Auswirkungen auf Flora und Fauna sind weit geringer. Gleichzeitig lässt sich mit der neuen ARA in Aarau die Einleitung in die Aare verbessern, so dass das gereinigte Abwasser nicht mehr ins nahegelegene Auengebiet zurückfliesst. Weiter ermöglicht die Grossanlage die Gewinnung von zusätzlicher erneuerbarer Energie, steigert den Eigenversorgungsgrad und erhöht die Energieeffizienz. Auch beansprucht sie weniger Land als der Weiterbetrieb aller fünf ARA. Unter dem Strich bleibt mehr Fläche für die Natur. Insgesamt leistet die neue ARA im Einzugsgebiet einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Mit der neuen regionalen Anlage werden optimale Voraussetzungen für eine ressourcenschonende Abwasserreinigung geschaffen.
Der Zusammenschluss senkt die Investitions- und Betriebskosten für die Abwasserreinigung im Vergleich zum Ausbau der einzelnen ARA markant. Laut einer ersten Studie von 2021 ergeben sich bis ins Jahr 2080 Einsparungen im oberen zweistelligen Millionenbereich. Für alle künftigen Verbandsgemeinden reduzieren sich die Kosten pro angeschlossene Einwohnereinheit* und Jahr gegenüber dem Szenario Alleingang. Grössere Becken- und Gebäudevolumen lassen sich im Vergleich zu den Volumen einer kleinen ARA deutlich kostengünstiger realisieren; das gleiche gilt für grosse Aggregate und Installationen. Auch der Betrieb kann effizienter organisiert werden. Dank solchen Skaleneffekten sinken die Investitions- und Betriebskosten (Jahreskosten). Nur an einem Standort die nötigen Raumreserven für künftige Erweiterungen bereitzuhalten, steigert zudem die Flächeneffizienz.
*Die Einwohnereinheit entspricht der täglich von einem Einwohner / einer Einwohnerin ins Abwasser abgegebenen Menge an organischen Verbindungen.
Sobald die neue Anlage fertig ist, werden die fünf bisherigen ARA zurückgebaut, soweit kein Bedarf an Pumpwerken, Havarie- oder Regenbecken besteht. Die frei werdenden Flächen der vier kleineren Standorte sollen prioritär für ökologische Ausgleichsmassnahmen und für die landwirtschaftliche Nutzung verwendet werden. Auch beim Areal der bestehenden ARA in Aarau wird die frei werdende Fläche zu einem grossen Teil für den ökologischen Ausgleich genutzt. Zudem machen allenfalls Grundeigentümer, die Land für den neuen ARA-Standort abgetreten haben, Ansprüche für einen Abtausch geltend.